Worte der Pfarrerin

In dieser besonderen Zeit meldet sich an dieser Stelle in möglichst regelmässigen Abständen Pfarrerin Maria Wüthrich zu Wort. Schauen Sie herein!

 

Worte vom 29. Mai 2020:

Psalm 16

Behüte mich, mein Gott;
bei dir bin ich geborgen!

Ich sage es: du bist mein Herr.
Ja, mehr als das! Du bist mein Glück!

Anteil gibst du mir an deinen Gaben,
trinken lässt du mich aus deinem Becher,

und ich freue mich auf das,
was du für mich bereithältst;
ein besseres Los wird mir niemals zuteil.

Ich preise Gott, der mich beraten hat,
der auch tief in meinem Innern spricht.

Er steht mir beständig vor Augen;
wenn er mir zur Seite ist, wanke ich nicht.

Darum freut sich mein Herz,
meine Seele ist fröhlich,
und auch mein Leib wird sicher liegen.

Du zeigst mir den Weg zum Leben:
In dir ist Freude in Fülle
und Glück ist bei dir für immer!

Hier spricht ein Mensch aus seinem Innersten heraus. Wenn er auf sein Leben blickt, muss er bekennen: «Bei dir bin ich geborgen», eigentlich darf ich sagen: «Du bist mein Glück.» Schaue ich zurück, sehe ich die guten Gaben, die du mir schenktest, an denen ich Anteil haben durfte. So warte ich auch in Zukunft getrost auf das, was du für mich bereit hältst.

Der, der hier betet, sagt nicht, sein Leben sei lauter Glück gewesen, er betont aber seine Zufriedenheit über das, was sein Leben bis dahin ausmachte. Daher kommt seine Entscheidung, weiterhin auf Gottes Weisungen zu achten: «Er steht mit beständig vor Augen; wenn er mir zur Seite ist, wanke ich nicht. Darum freut sich mein Herz, meine Seele ist fröhlich – und ich werde sicher liegen.»

Danach heisst es im Psalm: «Du zeigst mir den Weg zum Leben.» Mit diesen Worten sind mehr als nur die Fakten des nackten Lebens gemeint. Denn «leben» ist mehr als Bewegung, Selbsterhaltung oder Selbstorganisation. Wenn wir vom Leben sprechen, dann meinen wir damit auch Lebensqualität und Lebensfülle. Dieses «Mehr an Leben» ist eng damit verbunden, dass der Psalmbeter seinen Gott mit «Du» ansprechen darf, dass er in enger Beziehung mit ihm lebt.  Vor allem diese Verbindung macht wirkliches Leben für ihn aus. Isoliert und getrennt von Gott würde er sich als tot vorkommen. Darum kann er in der Verbindung mit Gott zur Klarheit kommen über die nächsten Schritte auf seinem Lebensweg.

Liebe Mitchristen, ab dem kommenden Sonntag dürfen wir wieder gemeinsam Gottesdienst feiern. Dass dieser Neuanfang gerade auf Pfingsten fällt, ist ein besonders schönes Zeichen!

Unser gemeinsames Gebet und Wunsch zu Gott soll bleiben: «Zeig mir – Du zeigst mir den Weg zum Leben: In dir ist Freude in Fülle.» Behüt euch Gott.

Maria Wüthrich, Pfarrerin

 

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